Feuer und Flamme

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„Feuer und Flamme“ verbinden die Arbeitstechniken von

Angelika und  Heinrich Keller:

Ohne dieses Medium wäre der Ton nicht zu seiner Härte und Dauerhaftigkeit zu führen,wäre der Stahl nicht zu biegen, zu formen oder zu trennen. Insoweit sind die Werke der beiden Künstler in ihrem Werdegang verwandten Prozessen ausgesetzt gewesen und sind zudem ähnlichen Ursprungs, nämlich als Rohmaterial unmittelbar der Erde entnommen, als Ton oder als Erz.

Angelika Keller – Keramikbildhauerin

Angelika Keller stammt aus Übach-Palenberg, lebt und arbeitet seit mehr als 30 Jahren auf einem mehr als 200 Jahre alten Bauernhof in Aldenhoven. Meist verwendet sie grob schamottierten Ton für ihre Werke und verarbeitet ihn unter Einsatz verschiedener Techniken, die sie gerne kombiniert und dabei immer wieder andere Materialen mit einfließen lässt.

Das sind meist Fundstücke aus der Natur oder vergessene und aufgegebene „Zivilisationsgegenstände“, die so Teil einer neuen Schöpfung werden. Ihre Arbeiten sind oft von mystischer, archaischer, tierischer oder menschlicher Gestalt oder einzigartige Mischwesen, die heiter oder nachdenklich stimmen, die berühren oder auch abstoßen, wie z.B. die „Höllenhunde“, der „Rattenschwarm“ oder der „Rabenvater“.

Dies führt den Betrachter häufig zu einem Nachdenken und in der Folge zu einem Dialog mit dem Werk. Angelika Keller vertritt die Meinung, dass „Kunst bewegt“ – wen oder was auch immer …

Im Atelier entstehen Werke von der Kleinplastik bis hin zu raumgreifenden Arbeiten für den öffentlichen Raum, hierzu beispielhaft erwähnt: „Fischstele“, ein Kreisverkehrsgestaltung am Blausteinsee, Eschweiler „Wächter“, eine Stele im Park von Schloss Zweibrüggen, Übach-Palenberg „Prinzofant“, die Teilnahme an einem weltumspannenden Projekt mit dem Titel „Elephant-Parade“, welches sich der Arterhaltung freilebender Elefanten verschrieben hat. Angelika Kellers Werk ist in der Luxemburger Innenstadt dauerhaft aufgestellt.

Heinrich Keller – Stahlbildhauer

Heinrich Keller, 60 Jahre alt, stammt aus Alsdorf bei Aachen und lebt in Aldenhoven. Seit mehr als 25 Jahren setzt er sich mit der künstlerischen Bearbeitung von Stahl auseinander und wendet dabei die archaisch anmutende Technik des klassischen Brennschneidens an, wovon die bisweilen schroffen Konturen seiner Arbeiten zeugen. Daneben bedient er aber auch anderer Techniken des Trennens und der Formgebung und setzt hierbei gewonnene Elemente später zu einem Objekt zusammen, bisweilen versetzt mit Fundstücken, die von einem früheren Leben in gänzlich anderer Verwendung erzählen könnten.

Während die durch Brennschneiden entstandenen Arbeiten in der Reduzierung ihrer Form bisweilen symbolisch anmuten, kommen die zusammengefügten Werke eher detailliert, ja bisweilen spielerisch daher. Manche dieser jüngeren Arbeiten möchten, dem Motiv oder dem Titel inneliegend, eine Aussage treffen, keineswegs im Sinne einer Belehrung sondern vielmehr als höfliche Anregung, sich mit der Arbeit gedanklich ein wenig zu beschäftigen, bisweilen in erheiternder Weise oder auch nachdenklich stimmend, wenn menschliche Vorlieben und Gewohnheiten oder gar Laster ebenso skizziert werden wie die großen Probleme unserer Zeit.

Heinrich Keller vertritt die Meinung, dass die Kunst sich selbst nicht zu ernst nehmen sollte und dass weder das Werk noch der Kunstschaffende sich selbstbespiegelnd in den Mittelpunkt rücken sollten.

Kunst ist, will sie mehr als nur Dekoration sein, ein Medium, das Gedanken, Anstöße und Botschaften transportieren kann. Gerade in einer Zeit des kollektiven Hinnehmens unheilfördernder Entwicklungen, von Verantwortlichen oft nur mit einer Erklärung vermeintlicher Betroffenheit belegt, kann gerade die Kunst sich die Freiheit nehmen, die Dinge ins Licht zu rücken, damit sie beachtet und betrachtet werden.

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